Mittwoch, 1. Oktober 2014

Eines Tages, wusste Clown Pekolino, würde er den Mut aufbringen, sich zu den Menschen umzudrehen. Und dann blieben sie auch bei ihm und verbrächten nicht soviel Zeit mit der furchtbar oberflächlichen, aufblasbaren Giraffe.

clown

Share
Dienstag, 30. September 2014

Geschichten vom anderen Ort: Elf Uhr fünfzehn

Dies ist ein Hilferuf, der einzige, zu dem ich fähig bin. Also hören Sie mir genau zu, bitte:

Ich öffne jeden Tag pünktlich um elf und schließe um zwanzig Uhr. In knapp siebzehn Jahren musste ich nur vier ungeplante Krankentage verzeichnen. Ich darf sagen: Ich liebe die Dienstleistung, der ich mich verschrieben habe.

Jeden Tag um elf Uhr fünfzehn aber vergesse ich, welche das ist.

Exakt um 11:14:00 Uhr erschien ein winziges, gerade handbreitgroßes, knorriges Weiblein aus dem Nichts auf der Chevreau-Ledereinlage meines Verkaufstresens. Ich erlebe sein Erscheinen in einer hilflosen, tagträumerischen Starre. Es klettert mühelos und leise kichernd am handgenähten Revers meines farblich gedeckten Sakkos auf meine linke Schulter. Von dort bläst es mir einen unendlich feinen, goldfarbenen Staub in mein Gesicht und verschwindet.

Eine Minute später weiß ich nicht mehr, was ich verkaufe. Ich schaue mich in dem wurzelholzgetäfelten Show-Room meiner Lokalität um und erkenne nichts. Ich weiß zwar, dass ich hierhin gehöre, nicht aber, wie dieser Ort genannt wird oder wo er sich überhaupt nur befindet. In den Vitrinen stehen hinter entspiegeltem Panzerglas raffiniert ausgeleuchtete, hochwertige Luxusprodukte, deren Sinn und Funktion sich mir nicht erschließen. Meine Kataloge aus handgeschöpftem Büttenpapier sind in einer mir nicht verständlichen Sprache geschrieben; die abgelichteten Objekte empfinde ich als ästhetisch, kenne aber weder ihren Sinn noch ihre Bezeichnung. Ich kann sie nicht einmal in Größe und Form beschreiben – mal erschienen sie mir mannsgroß und von beträchtlichen Umfang, mal eher klein und grazil. Auch in diesem Moment verändern sie sich vor meinen Augen.

Wenn ich einen Kunden frage, dann verwandelt sich meine Sprache in ein Grunzen und Lallen, das in gellendem Geschrei mündet. Die Versuche der ersten Tage haben mich das ausreichend gelehrt. Ich werde die Gesichter, mit denen meine Interessenten vor mir flohen, nicht vergessen. Und ich schwöre, dass ich auf weitere Versuche fürderhin verzichte.

Auch andere Dinge sind mir erinnerlich: Ich weiß, dass das knorrige Weiblein seit genau einer Woche jeden Tag zur exakt derselben Zeit erscheint. Ich weiß, dass ich jede Nacht unweigerlich einnicke, und ich, wenn ich frühmorgens aufwache, jede Erinnerung an sie verloren habe. Hinweise, die ich mir selber hinterlasse, sind verschwunden. Meine Erinnerung an sie setzt erst mit ihrem Erscheinen wieder ein.

Was ich auch nicht weiß, ist: was das knorrige Weiblein von mir will. Ich weiß nicht, warum ich von ihr bestraft werde und ob es sich überhaupt um eine Bestrafung handelt.

Und es ist mir schleierhaft, warum mir dieser klare Moment geschenkt und wie lange er andauern wird. Aber ich spüre, dass diese Notizen hier in irgendeinem Forum des Internets meine einzige Möglichkeit sind, um Hilfe zu bitten.

Wer also auch immer Sie sein mögen, der diese Zeilen liest: Bitte suchen Sie mich! Sie sind der Einzige! Kommen sie unbedingt um kurz nach Elf! Bringen Sie einen massiven Pfannenwender, einen Teppichklopfer aus Vollholz oder ein anderes Schlagwerkzeug mit, dass Ihnen gut in der Hand liegt, und befreien Sie mich von dem knorrigen Weiblein. Es wird außer mir keine Zeugen geben. Und ich habe allen Anlass, zu schweigen.

Er wird nicht Ihr Schaden sein, mein Wort darauf. Ich werde Sie reichlich und mit einem auf Ihre Ansprüche abgestimmten Luxuserzeugnis belohnen, dessen Sinn und Funktion mir dann sicher auch wieder geläufig sein wird.

Also!

Share
Montag, 29. September 2014

Das juckige Dutzend (ja, wirklich 12)

12 eifrige Kontrolleure
stellten sich vor jede Tür
unserer M10.
Hei, hätte das ein eifriges
Kontrollieren gegeben!
Da sagte die Passagierin
am Eingang:
“Fahrkartenautomat herinnen
außer Betrieb”.
Da nickte der Fahrer.
Da stehen nun 12
enttäuschte Gesichter
an der Haltestelle herum.

Himmel, was werden die scharf sein
Auf die nächste Bahn!

Unterwegs übersandt.

Share
Sonntag, 28. September 2014

Wen ruft man, wenn die Feuerwehr brennt?

Meine verdeckte Recherche bei der Feuerwehr im Ländlichen zeigt Besorgniserregendes: Wie bei der Bundeswehr  sind viele der Transportfahrzeuge nicht intakt oder sogar nur aufgemalt. Und auch die Kriterien bei der Personalauswahl lassen Fragen offen.

20140920_164359

 

Share
Freitag, 26. September 2014

Köln! Letzte Schangse!

Der zerfallene Engel – zum finalen Male im Stollwerck. In der Langen Nacht der Theater und am Tag der Deutschen Einheit. Kommet, staunet, nehmet Abschied mit mir!

Donnerstag 02.10.14

Die Lange Nacht der Theater, Ausschnitte

Freitag, 03.10.14

Christoph Schmidtke: DER ZERFALLENE ENGEL

20.00 Uhr, Theater 509 im Stollwerck, Dreikönigenstr. 21, 50678 Köln

YouTube Preview Image

Share
Donnerstag, 25. September 2014

Der Ort namens Gesund liegt für manche im Sumpfgebiet

alternative

Share
Dienstag, 23. September 2014

Die zwei Blickwinkel investigativer Wahrheitsfindung

20140922_175300

Share
Montag, 22. September 2014

Neues aus Togo

jc

Share
Sonntag, 21. September 2014

Ich habe gehört: Es gibt noch alle Restkarten

Heute: “Der zerfallene Engel”, siebletzter Auftritt aller Zeiten:

So, 21.09.14, 20.00 Uhr

Schmidtke: Der zerfallene Engel

Bühnenrausch, Erich-Weinert-Straße 27, 10439 Berlin

Karten unter:

wir@buehnenrausch.de
030 – 44 67 32 64
0176 – 20 16 10 70

Engel_InfoPersoenlich-1

Share
Samstag, 20. September 2014

Da betraten sie also grußlos meine Wohnung und trugen sogleich die Ananas hinaus, um sie wieder nach Ecuador zu bringen

20140919_142426

Share

Mozilla Firefox Download Blogverzeichnis Bloggeramt.de