Mittwoch, 29. Oktober 2014

Nach jedem Streit setzte sich seine unsichtbare Freundin nicht nur von ihm weg – nein, sie ließ ihren linken Schuh auch noch zusätzlich für andere sichtbar werden

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Dienstag, 28. Oktober 2014

Geschichten vom anderen Ort: Backmischung

Süß ist es. Doch auch ein wenig schwer. Schwer, süß und traurig, meine Freunde. Als ob du das erste Mal mit der fremden Geliebten das Laken teiltest und ihr euch beide aufs Köstliche erschöpft habt. Und doch schieben sich eure Leiber mit letzter Kraft und wilder Wehmut noch einmal ineinander, weil ihr wisst, dass es kein Wiedersehen geben kann.

Mein Freund, rief der zweite und schwenkte aufgeregt die Arme, dass das Gebäck in seiner Hand winzige Bröckchen durch die Backstube regnen ließ, deine eigene Schwermut ist es, die dir dies vortreffliche Gebäck vergällt! Befreie deinen Geist und koste unbeschwert von ihrer wundersamen Leichtigkeit! Wie ein jubilierender Gedanke erhebt sie Gaumen und Gemüt in lukullische Höhen!

Ihrer beider Augenpaare richteten sich auf den Ältesten der Gruppe. Unbeirrt von ihrem launigen Disput mümmelte er mit sakralem Ernst an der gebackenen Probe. Für einen langen Moment  war nur das mühsame Mahlen seiner müden Kiefer zu hören. Ja, hub er mit brüchiger Stimme zu sprechen an, süß ist sie, diese Speise. „So kann es immer sein“, spricht sie zu uns, „wenn du mich nur mit dir nimmst.“ – Lügnerin! Donnerte der Alten plötzlich, und das Glas der Auslegetheke klirrte leise als Antwort. Er schmetterte die Reste seines Gebäckstücks mit grimmer Alterswut auf den Linoleumboden. Verführerin der Sinne! In deiner verlogenen Klebrigkeit gaukelst du uns Dauer vor, auf dass uns dann, wenn wir dich in trügerischer Erfüllung verzehrt haben, unser weiteres Leben bitter und fern jeden Genusses erscheint!

Stille erfüllte den Raum. Das Urteil war gesprochen. Stumm wandten sich die Drei dem Ausgang zu.

Ihr Milchbrötchen, sprach der Bäcker, dessen massige Gestalt den Türrahmen ausfüllte wie die Puddingcreme das Backteilchen, das ist jetzt der dritte Tag, dass ihr hier reinkommt, euch einen Kuchen krallt, kaut, quatscht und, ohne zu bezahlen, abhaut. Bis jetzt war es mir den Spaß wert. Aber heute habt ihr ein Backrezept meiner Mutter beleidigt und noch den Boden vollgekrümelt.

Und Gnade euch Gott – er hob gefährlich langsam den schweren Holzprügel, mit dem er sonst die duftenden Brotlaibe aus seinem treuen Backofen schaufelte  – wenn ihr das nicht wieder gutmachen könnt.

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Montag, 27. Oktober 2014

Nubsi wusste: Der Welt zur Weltherrschaft führte nur über effektives Energiehaushalten und Pausen zur richtigen Zeit.

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Sonntag, 26. Oktober 2014

Das Sonntagsgerücht vom 26.10.2014: Meinungsfreiheit ist ein Gut, aber bei der Diskussion über sie kann einem schon mal schlecht werden.

Kann das sein, dass wir das Gespräch über unser grundlegendes Beisammensein und seine Regeln zunehmend im Stile einer Pop-Stars-Jury führen?

Dass ein Gros der öffentlich abgelassenen Meinungen in Wahrheit strategische Maßnahmen sind, die dem eigenen Marktwert zugute kommen sollen?

Dass zunehmend viele Juroren bereit sind, den sich im Fokus der Bewertung stehenden Mitmenschen zu opfern, wenn es persönliche Rendite bringt? Wurschtikack, ob sie an der aktuellen Frage*** – jetzt gerade lautet sie „Was darf Satire?“ – überhaupt nur interessiert sind?

So passt beispielsweise die Antwort „Mein Name ist Maria Apanatschi Poggendorf, und die ISIS ist von der verfehlten Kolonialpolitik des sogenannten Westens überhaupt erst stark gemacht worden“ nicht zur Frage „Was darf Satire?“

Auch „Ich, Karl Maria von Fresshack-Säckelheim, fand Dieter Nuhr sowieso noch nie wirklich lustig und kann darüberhinaus religiöse Verletzungen auch als emphatischer Atheist nachvollziehen“ bekommt als Antwort auf (noch einmal) die Frage: „Was darf Satire?“ ein Thema verfehlt.

Wenn Satire nicht alles darf, heißt sie auch in der Unterhaltung Lobbyismus.

Wir haben uns in unserem grundlegenden Beisammensein darauf geeinigt, dass Skepsis ein Instrument des wachen Geistes ist, unabhängig von den skeptisch betrachteten Inhalten und der Penetranz derer, die diese Inhalte zu den ihren gemacht haben und als alternativlos deklarieren wollen.

Meinungsfreiheit meint also nicht nur Freiheit für meine Meinung und all die, die sie teilen.

Und wem die humanismusentkernten Taten einer bewaffneten Pimmelbrigade mit 7-Zwerge-Bärten bereits ausreichen, dass er oder sie das mit der Meinungsfreiheit noch einmal überdenken möchte, dem oder der sei hiermit nachdrücklich ins Poesiealbum gebrandmarkt:

Zur Meinungsfreiheit gehört auch, dass du auf sie verzichten darfst, wenn du sie nicht leiden kannst. Aber nur für dich – und nicht für meine anderen Mitmenschen noch für mich, du Arschkrampe!

fist

 

***Der Satiriker Dieter Nuhr wird verklagt, weil es einen Kläger gibt, der sich von Nuhrs Texten über den Islam und den Koran rechtswidrig angegriffen fühlt.

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Samstag, 25. Oktober 2014

Gebrauchtes Modell

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Freitag, 24. Oktober 2014

Wie ich mich fühle, dass ich den Zerfallenen Engel im Dezember zum letzten Mal auf der ganzen weiten Welt spiele?

Der zerfallene Engel DERNIERE ?

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!

Ein Hurra auf das wunderbare Gewerk der Plakatmaler!

1. Plakat von Frank Stiefel.

2. Plakat von Leszek Zebrowski

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Donnerstag, 23. Oktober 2014

Er verstand bis zum heutigen Tage nicht, warum man das Geschäft für Prozente- und Sonderangebotsschilder so hässlich möbliert hatte

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Mittwoch, 22. Oktober 2014

Heute in drei Jahren kauft David Zuckerberg die Kant-Gesellschaft

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Dienstag, 21. Oktober 2014

Geschichten vom anderen Ort: Mann im Schrank

Neulich nachmittags saß ich so vor mich hin. Da kam plötzlich ein Mann aus meinem Wandschrank. Ich war auf vieles gefasst: sogar, dass das Telefon mal wieder klingelt. Aber ein Mann aus meinem Wandschrank! Wer kommt denn auf so was?

Dann kam mir der Gedanke, dass es dieses Mal nicht reicht, meine Empörung nur zu denken.

Ich wollte also gerade rufen: Was machen Sie in meiner Wohnung? Da fuhr der Mann aus dem Wandschrank mich an: Was machen Sie in meiner Wohnung?

Wieso Ihre? Fragte ich. Das ist meine!

Sind Sie sicher? schoss er zurück.

Das war ein Problem. Ich war auf das meiste vorbereitet: sogar, dass es an der Tür klingelt, und es ist wirklich für mich. Aber ein Mann aus meinem Wandschrank, der wissen will, ob ich sicher bin!

Hilfesuchend blicke ich zum Regal. Ich erinnere mich natürlich noch daran, wie der Gebrauchtmöbelhändler zu mir sagte: Gute Wahl mit dem Regal!

Aber als Sicherheit wäre mir das auch ein bisschen dünn. Und den Mietvertrag hatte ich jetzt nicht zur Hand. Es kam mir auch nicht in den Sinn, wohin ich ihn verlegt hatte.

Was mir kam, war eine nebulöse Erinnerung an den Moment der Unterzeichnung: ich an einem fremden Eichenholzschreibtisch. Vor mir ein Stoß Formulare. Ich unterschreibe, jemand kichert. Die Blitzlichter der Fotografen…Moment! Das ist keine Erinnerung an etwas, das schon war. Das ist eine Vision über etwas, das noch kommt! Das hilft mir jetzt aber gar nicht!

Um Zeit zu gewinnen, sage ich: Sind Sie denn sicher, dass es Ihre Wohnung ist?

Und siehe da: das war ins Schwarze getroffen! Der Mann aus dem Wandschrank sah sich sichtlich unsicher im Raume um. Ach, Mensch, sagte er, das ist ja jetzt… dass ich alleine wohne, macht die Sache ja nicht einfacher. Ich nickte. Ich kannte das Gefühl. Es war ja auch mein eigenes.

Weil wenn ich eine Gefährtin hätte, dann könnte ich sagen: Sicher bin ich sicher. Sieh doch auf die Spuren, die meine Gefährtin hier hinterlassen hat. Zum Beispiel dieses Windlicht! Wenn ich das anmache, dann sagen immer alle: och. Das ist aber mal ein schönes Windlicht, das Dir Deine Gefährtin für Deine Wohnung geschenkt hat!“

Ist aber nicht so, und dann hilft es ja nichts.

Da standen wir also beide (bis auf mich, ich saß ja noch), und wir waren uns in unserer Unsicherheit durchaus ähnlich. Na, dann sagten der Mann aus dem Wandschrank und ich gleichzeitig.

Und dann haben wir uns, bis wir uns sicher sein können, auf ein Arrangement geeinigt.

Wir gehen uns aus dem Weg.

Und wenn ich jetzt Leibwäsche aus dem Wandschrank brauche, dann klopfe ich eben an, warte ein Weilchen, und er reicht sie mir dann raus.

Ich finde: es gibt Schlimmeres, was man zuhause haben kann.

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Montag, 20. Oktober 2014

Wir sagen nicht, dass Sie unseren Kondomen nicht vertrauen können. Wir sagen nur: Kaufen Sie doch einfach das Produkt darunter gleich mit.

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